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Servicemonster
Das Monster hatte eine Schraube locker.
Um genau zu sein war es die Schraube, welche oben links am Schädel die Stirnplatte mit der Ohrplatte verband. Den Schaden bemerkte das Monster eines Freitag Abends, als es sich vor dem Spiegel bettfertig machte. Nachdem alle Gelenke geölt waren und die Zähne nach dem Schleifvorgang glänzten wie Beile aus Perlmutt, wollte es die Schrauben oben am Kopf routinemäßig anziehen. Und siehe da, die rechte war völlig in Ordnung, die linke aber faßte nicht mehr sauber. Vielleicht war das Gewinde überdreht? Es nahm sich vor, gleich am nächsten Morgen loszuziehen und den Schaden beheben zu lassen.
Sehr früh quälte es sich aus der Metallkiste. Das Monster wußte, wie unausstehlich es war, sollte es auf seine allmorgentliche Dosis Koffein und seine Zeitung verzichten müssen. Das wollte es den Menschen in der Stadt keinesfalls antun. Kaum hatte es aber die mit der Zeitung und dem Kaffee verbundenen Rituale beendet, machte es sich schon auf den Weg.
Der Meister hatte immer von dem Eisenwarenladen gesprochen, oben an der alten Pumpstation. Dort würde man ihm sicherlich helfen können. Gleichmäßigen Schrittes erreichte es sein Ziel und wollte die Tür aufstoßen, als es bemerkte, daß im Laden kein Licht zu sehen war. Suchend schweiften seine Augen über die mit allerhand Plakaten und Schildchen beklebte Tür.
Die meisten davon verstand es nicht. Visa, Eurocard und American Express waren für das Monster böhmische Dörfer. Aber da stand was von Öffnungszeiten: „Samstags von 10.30 Uhr bis 15.00 Uhr.“ Jetzt war gerade 9.15 Uhr.
„Nunja“, dachte es. „Hab ich halt noch etwas Zeit.“
Frankensteins Monster sah sich interessiert um und nahm sich vor, in der guten Stunde ein wenig die Gegend zu erkunden. Also taumelte es los und betrachtete die unaufhörliche Lawine, bestehend aus Blechwagen unterschiedlichster Farbegebung. Manche waren, zusätzlich zu den merkwürdigen Schildern vorne und hinten, noch mit Bildchen oder Sprüchen ver(un)ziert. Ein Satz kam sehr oft vor, leider konnte sich das Monster aber keinen Reim darauf machen:“ Bitte ein Bit!“
In der Endphase seines Lebens hatte der Meister immer öfter etwas von Digital und Binär gefaselt, erinnerte sich das Monster. Dabei sprach er auch manchmal von Bit und Beit, oder so. Das Monster vollendete seine große Schleife, bestaunte dies und bestaunte das, verstand dieses nicht und jenes erst recht nicht.
Mittlerweile war der Laden geöffnet. Unter Läuten einer versteckten Glocke stemmte es die Tür auf. Was für eine verwirrende Vielfalt an Artikeln. Es ging auf dem Weg zur Ladentheke an überfüllten, mannshohen Regalen vorbei, in denen scheinbar unsortiert die verschiedensten Dinge lagen. Schwer stützte es sich mit beiden seiner weißen, grobschlächtigen Fäuste auf dem Glastisch ab. Durch die Platte konnte es erkennen, daß selbst unter derselben ein Haufen von Gegenständen in verschiedenen Kästchen aufbewahrt wurde. Leider konnte es aber keine Bedienung sehen. Also wand es das alte Mittel an. Auffällig unauffällig und irgendwie von der Zeit bedrängt aber ohne gehetzt zu wirken, räusperte es. „Hmmmmrrrh – Hmmmmrrrhhhe.“
„Morgen, junger Freund!“ hörte es sofort darauf die knarrende Stimme eines Mannes, der sich von der anderen Seite dem Tresen näherte. Er trug einen schmutzigen, blauen Kittel, eine Stirnglatze, die von grauen Haaren umringt wurde und war von einer Wolke ranzigem Getriebeölduftes umgeben. Diesen Geruch mochte das Monster. Er erinnerte es an zu Hause. Außerdem fand das Monster es gut, daß der Mann sogleich erkannte hatte, daß es noch in der Blüte seines künstlichen Lebens stand und er darüber hinaus sein Freund sein wollte.
Nach der Begrüßung, die es artig herunterspulte, besprach es mit dem Mann sein Problem. Der hatte mittlerweile eine Brille aufgesetzt und befingerte die defekte Schraube: „Nun, junger Freund. Das kann alles sein. Gewinde überdreht, Gewinde ausgefräst, Schmutzrückstände. Wenn Sie Pech haben, ist sogar der ganze Schädel verzogen.“
Wieder bimmelte die Türglocke. Ein weiterer Kunde betrat den Laden.
Das Monster erkundigte sich, ob man die Schraube nicht einfach auswechseln könnte.
Davon riet der Mann erst einmal ab.:
„Dieses Fabrikat gibt es nicht mehr. Sie könnte sich eine Schraube herstellen lassen. Ist aber nicht billig. Ich glaube ich kann Ihnen da nicht helfen, junger Freund. Am besten gehen sie mal in einen dieser neuartigen Baumärkte. Vielleicht haben die eine Idee.“
Das Monster fragte noch kurz nach, wo es denn so einen Baumarkt finden könne. Der Ladenmann antwortete geistesabwesend. Im Gedanken war er wohl schon bei dem nächsten Kunden, der kurioserweise auch sein `junger Freund` war.
Soviel zu dem alten Eisenwarenladen an der Pumpstation, dachte das Monster. Dem Meister wollte es dafür die Schuld nicht geben. Die Zeit war ja nun einmal nicht stehengeblieben. Das Monster wanke in die vom Ladenmann angegebene Richtung und befingerte dabei immer wieder prüfend die defekte Schraube.
Dann war es am Ziel. Vor diesem Baumarkt parkten fürchterlich viele Menschen fürchterlich viele Blechwagen. Es ging zu wie in einem Bienenstock. Das Monster zwängte sich in den Menschenstrom, der in das Gebäude drängte. Sofort wurde es von einem kalte, künstliche Licht aus unzähligen Lampen umspielt, die in regelmäßigen Abständen von der Decke strahlten.
Was es hier alles gab: Gartenartikel, Farben, Steine. Eine endlose Palette von Gütern, aber das Monster war von dem Angebot hoffnungslos überfordert. Es bemerkte, wie seine Inkompetenzschwelle schlagartig nach unten gedrückt wurde. Die Menschen huschten an ihm vorbei. Verzweifelt versuchte das Monster Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ohne Erfolg. Es half nicht einmal mehr inflationäres Räuspern. Doch da war ein Lichtblick.
Neben den Kassen sah es ein Schild, das mit freundlichen, grünen Buchstaben Informationen anpries. Schnurstracks stolperte das Monster dorthin und sah sich wieder mal genötigt, durch Räuspern seine Anwesenheit zu proklamieren. Eine blonde Frau, sie war in einen roten Kittel gehüllt und zeigte stolz ihre billige Frisur, fragte das Monster nach dessen Wünschen. Allerdings ohne wirkliches Interesse und ohne auch nur aufzusehen.
Einen Augenblick blieb des Monsters Blick an dem runden Schild haften, daß vorn auf dem Kittel klebte. Dort laß es:
„ Wir sind gerne für Sie da.“ Und darunter: „Frau Schwabnewski“
Wenn man hier gerne für mich da ist, wird es sicher ganz einfach, mutmaßte das Monster.
„Ich habe ein Problem mit meiner Schraube, weil...“ Frau Schwabnewski lies das Monster nicht ausreden. Scheinbar hatte sie aus den wenigen Worten schon genug Informationen gefiltert, um gerne für das Monster da zu sein und schnell helfen zu können. Und das alles ohne auch nur einmal aufzusehen, staunte das Monster innerlich.
Ihre Stimme klang irgendwie schnippisch, als sie erklärte:
„Eisenwaren. Hier geradeaus und dritter Gang links.“ – „Gern geschehen!“
Das Monster flüsterte trotzdem noch ein paar Worte des Dankes und ging hier geradeaus und nahm den dritten Gang links. Es fand sich wieder vor einer Flut von Schrauben und Nägeln, die in kleinen, durchsichtigen Schächtelchen verpackt, an der Wand hingen. Vorsichtig begutachtete das Monster die Ware. Sie kam ihm aber nicht geheuer vor. Die Schrauben sahen bestürzend filigran und sensibel aus. Außerdem rochen sie nicht nach Metall, sondern nach nichts.
„Kann ich irgendwie helfen?“ fragte ein plötzlich neben dem Monster stehender Mann. Wie die Dame an der Information trug auch er einen roten Kittel. Das Monster schrak kurz zusammen, bemühte sich aber, dies nicht zu zeigen.
Diesmal hatte es nicht zu räuspern brauchen.
„Ja!“ fing das Monster an und erklärte sein Problem mit der Schraube. Schon nach den ersten Worten schüttelte der Mann den Kopf. Diese Geste vollführte er immer öfter und immer energischer, je detaillierter das Monster den Sachverhalt darstellte.
„Nein, nein ,nein“, tönte der Mann, kaum nachdem das Monster zum Schluß kam.
„Wir sind hier doch keine Werkstatt!“ Desweiteren erklärte der Mann dem Monster, daß man hier solche Sonderwünsche ganz gewiß nicht erfüllen konnte. „Und selbst wenn, aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung“, sagte der Mann beschwörend zum Monster “wird diese Reparatur nicht gerade billig – Spezialanfertigung und so weiter, Sie wissen schon.“
Mißmutig humpelte das Monster aus dem Laden. Das einzige was er hier erfahren hatte, das man ihm nicht helfen konnte, obwohl man eben dieses gerne tat.
Nun war guter Rat teuer. Aber das Monster war zuversichtlich, denn es war solvent und konnte sich deswegen teuren aber dafür auch guten Rat leisten. Der Meister war ein vermögender Mann gewesen. Davon profitierte das Monster noch heute. Mittlerweile hatte die Sonne ihren Höchststand überschritten und neigte sich dem Touch-Down entgegen. Touch-Down hatte der Meister immer dann gesagt, wenn die Sonne nach einem Tag kraft- zehrender Arbeit am Horizont scheinbar den Boden berührte.
Das Monster war nun schon eine ganze Weile unterwegs, ohne der Lösung seines Problems auch nur einen Schritt näher gekommen zu sein. Tief versunken in seine Gedanken, marschierte es durch die Stadt, ohne genau zu registrieren, in welche Richtung die Reise ging.
Genau beim Touch-Down sah es auf und bemerkte die schon fortgeschrittene Stunde. Es war in eine Gegend gelangt, die ihm völlig fremd war. Hier war nichts von City zu merken. Im Gegenteil. Selbst dem Monster von Frankenstein kam dieses Milieu ziemlich trostlos vor. Breite Straßen wurden von flachen, hallenähnlichen Gebäuden gesäumt. Die Reklametafeln waren spärlich und wirkten kalt. Sie machten ebenfalls den Eindruck, als fühlten sie sich nicht besonders wohl hier. Es liefen keine Menschen über die Bordsteine. Überhaupt sah die Bebauung absolut nicht nach einer Wohngegend aus. Es war still und die Namen, die das Monster auf nagelneu aussehenden Straßenschildern lesen konnte, wirkten geradezu albern modern. Da vorne zum Beispiel kreuzte die Schmierölstraße den Metallweg. Genau an dieser Kreuzung hatten die begnadeten Städteplaner eine große Tafel aufgestellt, die einen Lageplan dieses Viertel zeigte. Zur Orientierung, höchstwahrscheinlich.
Mit vorgestreckten Armen stolzierte das Monster darauf zu. „Aha! Das hier stellt also das Industriegebiet Süd-Ost dar. Geplant wie ein Schachbrett.“ Gerade Straßen grenzten exakt gleich großen Grundstücke voneinander ab. Das Monster beschloß, sich ein wenig umzusehen. Schon nach wenigen Minuten kam es an einer Halle vorbei, in der noch gearbeitet wurde. Das Firmenschild erklärte den Betrieb als Karosseriebau Schubert und Sohn. In der Halle wurden, dem Lärm nach zu urteilen, gerade Bleche gerichtet. Die hatten wohl ihren Spaß daran, besonders widerspenstig zu sein. Des Monsters Schädel bestand auch zu einem guten Teil aus Metall. Vielleicht war das Schicksal ja so gnädig, es zufälligerweise dorthin zu führen, wo ihm geholfen werden konnte. Fragen kostete ja nichts. Schon stand das Monster in dem Büro neben der Halle. Eine langweilig gekleidete Frau saß hinter einem Bildschirm und klackerte mit ihren grell bemalten Fingernägeln auf einer Tastatur herum. Das Monster hatte auch diesmal mit der weltweit bewährten Räuspertaktik Erfolg. Das Gespräch spulte sich wie üblich ab. Erst wurden die nicht ernst gemeinten Begrüßungen ausgetauscht. Dann erklärte das Monster sein Problem mit der lockeren Schraube.
„Da fragen Sie am besten gleich den Meister. Drüben in der Halle.“, lautete die lapidare Auskunft.
Schulterzuckend machte das Monster kehrt und tat wie geheißen. In der Halle war es merklich kühler als draußen. Die schattige Dunkelheit wurde hier und da vom Funkenschlag der Schweißgeräte unterbrochen. Ein scharfer Duft nach Öl, verbrannter Isolation und Metall tränkte die Luft. Das Monster wankte an Hebebühnen und Kränen vorbei. Kurioserweise kümmerte sich niemand um das Monster. Ab und zu glotzen es müde Augen aus schmierigen Gesichtern an. Aber summa summarum schien es für alle Anwesenden das Selbsverständlichste auf der ganzen Welt zu sein, daß ein grobschlächtiges, hühnenhaftes Monster von Frankenstein mit nach vorn gestreckten Armen durch die Werkshalle taumelte. Selbst auf seine Nachfrage nach dem Meister erhielt das Monster keine Antwort, sondern nur einen mißmutigen Daumenwink, der es immer weiter in die Halle führte.
Endlich war es bei der Zielperson. Sein lautes Räuspern widerhallte von des Wänden der Werkstatt.
„Was is` denn los, Kollege?“, wollte der Meister wissen.
„Ich hab hier eine Schraube locker!“, eröffnete das Monster seine Darstellung. Zum vierten mal heute schilderte es sein Problem.
Der Meister schielte während des Monologes skeptisch über die Ränder seiner Brille und begutachtete des Monsters Schädel.
„Wird nich` ganz leicht!“ behauptete er. „Da müss` mer erstmal Ersatzteile bestellen. Kann aber `ne Weile dauern. Kommen direkt per Schiff aus Süd-Ost-Asien.“
Diese Ankündigung war wohl, wie es das Monster später vermutete, eher als Abschreckung anstatt als Angebot gedacht, denn der Meister wirke enttäuscht, weil das Monster nähere Einzelheiten wissen wollte. Der gepreßt hervorgebrachten Erklärung folgten weitere Abschreckungsversuche:
„Wird ziemlich teuer.“ Um diese Worte zu bekräftigen nickten sämtliche Arbeiter, die sich inzwischen um den Meister und das Monster versammelt hatten - synchron und energisch.
„Ungefähr?“ fragte das Monster einsilbig.
„Kann ich so nicht sagen. Aber Sie können einen Kostenvoranschlag in Auftrag geben. Kost´ aber 50 E`s.“
„Soll mir recht sein!“
Der Meister erklärte, wie das mit dem Kostenanschlag vonstatten zu gehen hatte. Erst sollte das Monster zurück ins Büro gehen und einen Kostenvoranschlagauftragsformular holen. Das machte das Monster auch und kam einige Zeit später tatsächlich mit dem Vordruck zurück, die es der Dame im Büro mühsam abgerungen hatte. Die nämlich hielt es für absolut untypisch wegen einer Schraube ein Kostenaschlag erstellen zu lassen und hielt erst einmal Rücksprache mit dem Meister. Dann bat der Meister das Monster einige Minuten um Geduld, die rasch auf eine dreiviertel Stunde anwuchsen. Seine Hände in einem öligen Lappen reibend, kam der Meister schließlich zu dem Monster zurück und begann eine Meßserie. Dabei meckerte er halblaut vor sich hin. Das Monster hörte solche Sprüche wie: “Typisch, kommen immer erst, wenn es zu spät ist... Total veraltet... Was man hier für sein Geld nicht alles tun muß...“
Neben seinem dicken Schädel hatte das Monster aber auch ein dickes Fell entwickelt. Der Professor war zu seinem Lebzeiten schließlich auch ziemlich arrogant und nervig gewesen. So ließ es die Triaden mit stoischer Ruhe über sich ergehen. Endlich war der Meister fertig. Mit einem anderen Formular schickte es das Monster ins Büro.
Die Damen sah zuerst empört auf die Uhr als das Monster ihr Reich betrat. Dann seufzte sie und nahm das Blatt entgegen. An diesem werkelte sie eine viertel Stunde herum. Tippte hier Daten in den Computer, schlug dort in diversen Katalogen nach, kramte unter dem Tisch in antiquiert aussehenden Heftchen und riß sich zu allem Überfluß auch noch den Fingernagel ein. Dem folgte ein phantasievolles Fluchen. Dann trippelte sie zur Schreibmaschine und begann ein weiteres Formular auszufüllen. Wie bei einem Verhör bellte sie dem Monster fragen entgegen, die eigentlich nichts mit der Schraube zu tun hatten.
Sie wollte die Bankverbindung wissen, den Geburtsort, das Nummernschild und die Haftpflichtversicherung. Sie bemerkte das Zögern des Monsters. Und seufzte, diesmal noch lauter als eben. „Also Sie müssen sich schon bemühen.“ Das Monster fragte schüchtern nach dem Grund für all die Fragen, denn die meisten von ihnen konnte es nicht beantworten.
„Ich muß Sie erst als neuen Kunden anlegen. Hören Sie mal, ich kann Ihre Angaben nicht nachprüfen. Aber ohne ein vollständig ausgefülltes Datenblatt, können wir gar nichts für Sie tun."
Also dachte sich das Monster verschiedene Antworten aus. Bis plötzlich ein Endpunkt erreicht war. Die Dame wollte nun den Personalausweis des Monsters sehen.
„Ich habe so etwas nicht!“ erklärte das Monster bekümmert.
Dieses Eingeständnis zauberte ein Lächeln der Befriedigung auf das Gesicht der Dame.
Süffisant erklärte sie:
„Tja, das tut mir wirklich leid. Aber ohne den Ausweiß können wir keine Geschäfte mit Ihnen machen. Auf wiedersehen.“
Ohne auf eine weitere Reaktion des Monsters zu warten, drehte sie sich um und kehrte mit seligem Gesichtsausdruck an ihren Arbeitsplatz zurück.
Das Monster von Frankenstein hob in einer verzweifelten Geste den Arm, besann sich aber schnell eines besseren und fand sich mit der Niederlage ab.
Draußen angekommen schüttelte es sich vor Widerwillen. Diese Bewegung war so heftig, daß die Schraube ganz aus dem Kopf fiel. Vorsichtig und in sich lauschend ging das Monster in die Knie und hob die Schraube auf. Dann betastete es mit beiden Händen seinen unförmigen Schädel. Das Fehlen der Schraube machte sich in keinster Weise bemerkbar.
„Diente bestimmt nur zur Dekoration!“ vermutete es und stiefelte Richtung Heimat. Es nahm sich vor, zu hause noch den einen oder anderen statischen Test durchzuführen, und wenn alles gut ging, die Schraube an den angestammten Platz zu schweißen. Das konnte das Monster nämlich selber.
Diesem Gedanken nachhängend, warf es die Schraube in Gleichtakt zu seien Schritten in die Luft und fing sie mit derselben Hand wieder auf. Es ließ dabei Tag noch einmal an sich vorüberziehen und kam zu einem erstaunlich Fazit, wiederum als es die Schraube betrachtete:
„Heute zeigte sich, wer hier wirklich eine Schraube locker hat.“
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